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Forschungskolloquium

Im Rahmen des MA NDL findet jedes Semester ein Forschungskolloquium zu verschiedenen Themen der Literaturwissenschaft statt. Hierzu werden regelmäßig externe Referent*innen eingeladen.

 


Im Wintersemester 2018/2019 wird unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Nübel das Thema:

"Crossing Gender/Gender Crossing"

behandelt.

(Termine: Mi, wöchentl., 18:00 - 20:00, 24.10.2018 - 02.02.2019, 1502 - 415 II 415)

Nicht erst seit dem Gewinn des 59. Eurovision Song Contest durch Conchita Wurst (alias Thomas Neuwirth), der juristischen Anerkennung eines dritten Geschlechts sowie der Forderung nach öffentlichen Toiletten für ‚Eichhörnchen‘ werden Fragen von Zweigeschlechtlichkeit, Intersexualität und Transgender auch in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit diskutiert. Gegenstand des Forschungskolloquiums sind Konzepte von Geschlechtertausch und Geschlechtswechsel in der antiken Mythologie (Teiresias, Platon, Ovid) und zeitgenössischen Theorie (Judith Butler u.a.) sowie literarische Darstellungen von ‚Geschlechtertausch‘ auf der Ebene von Kleidung, Sozialisation, Autorschaft, Performativität, Diskursivität, Narrativität und Geschlechtsumwandlung vom 18. Jahrhundert (Christoph Martin Wieland: „Novelle ohne Titel“, 1805; Johann Wolfgang Goethe: „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, 1795/96), über das 20. Jahrhundert (Virginia 79 Woolf: „Orlando“, 1928; Irmtraud Morgner: „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz“, 1974; Sarah Kirsch: „Blitz aus heiterm Himmel“, 1975; Christa Wolf: „Selbstversuch“, 1975; Sarah Kane: „Gesäubert“, 1998; Thomas Meinecke: „Tomboy“, 1998) bis in die Gegenwart (Jeffrey Eugenides: „Middlesex,“ 2002; Ulrike Draesner: „Mitgift“, 2002; Marlene Streeruwitz: „Kreuzungen.“., 2008; Frl. Wunder AG: „Adam, Eva und Ich“, 2015; Marianna Salzmann: „Außer sich“, 2017 u.a.). Das Forschungskolloquium verbindet die zentrale kulturwissenschaftliche Kategorie des Geschlechtertauschs und Geschlechtswechsels mit literaturwissenschaftlichen Konzepten und Analysen unter dem Aspekt des ‚narrating gender‘ mit dem Ziel, über literarische Texte neue Perspektiven auf Geschlechtlichkeit als veränderbares Konstrukt zu erschließen. Crossing Gender wird dabei nicht nur als Überkreuzung, sondern auch als produktiv konfliktreiches und impulsives Aufeinandertreffen ebenso wie als Dialog der Geschlechter fokussiert, der die Konstitution einer geschlechtergerechten Sprache als Grundlage einer pluralen Gesellschaft neu verhandelt.

Gastvorträge, zu denen neben Studierenden auch Dozierende und Doktorand*innen eingeladen sind, und gemeinsame Seminardiskussionen des Kolloquiums alternieren. Studierende des MA NDL sind zum Besuch des Forschungskolloquiums nachdrücklich eingeladen.

 

Das Kolloquium findet 

mittwochs 18:00 - 20:00 Uhr

im Raum 415 im Conti-Hochhaus (1502)

statt.