ForschungProjekte
Die Stadtsprache Hannovers

Die Stadtsprache Hannovers (DFG-Projekt)

Ein seit etwa 200 Jahren weitverbreiteter sprachlicher Mythos lautet, in und um Hannover werde das "beste" Hochdeutsch gesprochen. Nur wenige empirische Studien haben bislang aus synchroner Sicht untersucht, ob diesem Mythos eine sprachliche Realität – etwa eine tatsächlich kaum lokal oder regional gefärbte Aussprache des kodifizierten Standarddeutsch – zugrunde liegt.

Das Projekt analysiert den Mythos im Kontext der real-sprachlichen Landschaft Hannovers: Um ein möglichst vollständiges Bild der stadtsprachlichen Sprachlagen zu erlangen, werden in einem mehrgliedrigen Sprachexperiment Sprachdaten von HannoveranerInnen erhoben und im Hinblick auf standardkonforme und standarddivergente Elemente untersucht. Parallel dazu werden die Gewährspersonen nach ihren Kenntnissen von und Einstellungen gegenüber diesen Varietäten sowie bestimmten sprachlichen Erscheinungen (etwa regionale und lokale Aussprachen) befragt.

Das Projekt untersucht den Mythos somit erstmalig ausführlich aus variationslinguistischer Sicht anhand von aktuellen Sprachdaten sowie Meinungen, Bewertungen und weiterer Wissensbestände der Hannoveraner SprecherInnen selbst. Ziel ist eine erschöpfende Antwort auf die Frage, ob es sich bei dem bekannten Mythos um Fiktion oder eine sprachwissenschaftlich fundierte Wirklichkeit handelt.

Projektleitung: Dr. François Conrad
Mitverantwortlicher: Prof. Dr. Peter Schlobinski
MitarbeiterInnen: Hana Ikenaga, Stefan Ehrlich