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Sechs Fragen an Caroline Meyer

Welcher beruflichen Tätigkeit gehst du aktuell nach? Was sind Deine täglichen Aufgaben?

Momentan bin ich Content Managerin für einen Online-Shop im Bereich Interior Design. Ich plane, gestalte und betreue Online-Inhalte. Mein Beruf ist sehr vielseitig. Zu meinen Aufgaben zählen unter anderem das Verfassen der Produkttexte und das Aufbereiten der Produktbilder für unseren Online-Shop. Aber auch die Verwaltung von Produktdaten und der enge Lieferantenkontakt gehören zu meinen Tätigkeitsfeldern. Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen bin ich für die Planung des Sortiments verantwortlich. Da die Firma gerade international stark expandiert und gegen Ende des Jahres einen neuen Markteintritt plant, erhoffe ich mir gute Chancen, um zukünftig als Online-Marketing-Managerin dieses Marktes tätig zu werden.

Caroline, Du hast Deinen Masterabschluss in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover gemacht. Warum hast Du Dich gerade für diesen Master entschieden?

An meiner vorherigen Universität habe ich ein außerordentliches Forschungsinteresse für die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft entwickeln können. Das nähere Beleuchten der kulturhistorischen Merkmale der einzelnen Epochen aus der Neuzeit weckte mein Interesse. Natürlich hatte ich auch die persönliche Motivation, meine bislang erlangten Kenntnisse auch im deutschsprachigen Raum unter Beweis stellen zu können. Besonders das begleitende Praxissemester, welches im letzten Semester des Programm-Moduls geboten wurde, war ein schöner Anreiz, mich an der Leibniz Universität zu bewerben. So wurde mir ein Praxisbezug ermöglicht, in dem ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten erstmals umsetzen konnte. Darüber hinaus ist Hannover schon immer ein attraktiver (Wirtschafts-)Standort für mich gewesen. Ferner hat die Leibniz Universität im Fachbereich der Literaturwissenschaft eine geringere Zahl an Studierenden, als andere Universitäten, so dass eine individuellere Betreuung des Einzelnen gegeben war.

Ist das Studium so verlaufen, wie Du es Dir vorgestellt hast?

Ja, die Lehrinhalte waren thematisch ansprechend und die Dozent*innen sehr motiviert. Im Rahmen der Vorlesung „Literarische Neuerscheinungen“ habe ich erste praktische Erfahrungen gesammelt, die meine Eintrittskarte für mein späteres Praktikum beim Hörfunksender waren. Im Rahmen der „Literatour-Nord“ Lesungsreihe und der begleitenden, universitären Veranstaltung „Literarische Neuerscheinungen“ habe ich einen der renommiertesten Autoren, Clemens Meyer, über seine Neuerscheinung interviewen können. Das Endprodukt eines Radiofeatures wurde bei einem regionalen Radiosender im Anschluss gesendet.

Der MA NDL zeichnet sich u.a. durch seine praxisbezogenen Komponenten aus: Selbst organisierte Arbeitsgruppen, Praktika und Auslandssemester ergänzen das wissenschaftliche Studium. Konntest Du durch diese Angebote praktische Erfahrungen sammeln, von denen Du im Beruf profitierst?

Durch die weitgehend eigenständige Organisation meines Studiums habe ich höhere Soft Skills als Studierende in anderen Fachbereichen sammeln können. Beim MA NDL wird Eigeninitiative von den Studierenden erwartet. Das ist eine der Eigenschaften, für die sie später im Berufsleben geschätzt werden. Aber alleine durch Soft Skills bekommt man leider keinen Job. Durch Praktika und die Zusatzqualifikation „Mit Leibniz zu Bahlsen (MLzB)“ habe ich mir die nötige Praxiserfahrung während des Studiums angeeignet. Für Quereinsteiger ist Berufserfahrung die Basis bei der Jobsuche. Das Stipendium MLzB bietet Studierenden aus wirtschaftsfernen Bereichen die Möglichkeit, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu erlernen und diese an praxisnahen Beispielen zu bewerten. Bestandteil des Förderungsprogramms waren u.a. die Grundlagen in BWL, PR/Öffentlichkeitsarbeit, internationales Marketing und Projektmanagement. Parallel zum Studium habe ich praktische Erfahrungen im Bereich Newsletter-Marketing gesammelt. In Zusammenarbeit mit einem Amsterdamer Verlag habe ich einen Newsletter aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt. Darüber hinaus habe ich Artikel für die Hannoversche Allgemeine Zeitung geschrieben und zwei Praktika in Medienhäusern absolviert.

Wusstest Du schon während des Studiums, in welchem Beruf Du später einmal tätig werden möchtest?

Nein, wie viele andere Geisteswissenschaftler*innen wusste ich nicht, in welchem Beruf ich später einmal tätig sein werde. Da die späteren Einsatzfelder für MA NDL Absolventen so breit gefächert sind, lassen sich sichere Prognosen schwer treffen. Ein besonderes Interesse hatte ich für Kulturarbeit: Kulturmanagement, Presse (Stiftungen, Museen, Galerien, Theater, Messen) aber auch neue Medien: Content-Management, Onlineredaktion habe ich als sehr Interessant empfunden.

Würdest Du heute bezüglich der Studienwahl etwas anders machen?

Nein. Fragen wie "Und was willst du später einmal damit machen?" habe ich häufiger zu hören bekommen. Der Berufseinstieg ist eine große Hürde, aber es geht von Anfang an darum, sich richtig zu positionieren. Am besten in Branchen, in denen ein abgeschlossenes Studium die Eintrittskarte ist und Geisteswissenschaftler gerne gesehen werden. 

 

 


Anm. d. Red.: Fragenreihenfolge, Fragenwortlaut und Gendering wurden bearbeitet. Firmen- und Parteinamen wurden anonymisiert.