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Sechs Fragen an Charlotte Milsch

Welcher beruflichen Tätigkeit gehen Sie aktuell nach? Was sind Ihre täglichen Aufgaben?

Ich bin momentan beim Literarischen Salon tätig. Der Literarische Salon organisiert Kulturveranstaltungen an der Leibniz Universität. Meine Hauptaufgaben liegen in der Planung, Konzeption und Umsetzung dieser Veranstaltungen, in der Moderation von einzelnen Abenden, der Pressearbeit sowie in der Geschäftsführung, speziell Budgetplanung, Mittelakquise und Abrechnung. Für ersteres lese ich viel – Verlagsmanuskripte, Bücher und Zeitungen, um auf dem Laufenden zu sein und potenzielle Themen und Gäste zu finden. Für letzteres treffe ich mich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kulturarbeit und von der Universität, um mich um die mittel- und langfristige Finanzierung unserer Programmarbeit zu kümmern. Daneben gebe ich gemeinsam mit meinem Kollegen, Jens Meyer-Kovac, Seminare an der Universität, um den Studierenden praktische Erfahrungen im Bereich Kulturarbeit zu ermöglichen, z.B. in der Umsetzung einer eigenen Veranstaltung im Programm des Literarischen Salons.

Charlotte, Du hast Deinen Masterabschluss in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover gemacht. Warum hast Du Dich gerade für diesen Master entschieden?

Ich habe mich damals und heute für den Einfluss und die Wechselwirkungen von Kultur und Gesellschaft interessiert. Diesen Einfluss, die Spannungen und Entwicklungen speziell in der Literatur zu analysieren und aufzudecken, war für mich einer der Gründe, warum ich mich für das Studium entschieden habe.

Ist das Studium so verlaufen, wie Du es Dir vorgestellt hast?

Der Studiengang hat mir in Bezug auf meine Forschungsinteressen und praktischen Erfahrungen sehr viele Freiheiten gewährt, die ich so aus meinem vorhergehenden Bachelorstudium nicht kannte. Durch die Lesegruppen und eine von uns Studierenden initiierte Forschungsreise, einen Auslandsaufenthalt und erste Publikationserfahrungen habe ich ein breites Spektrum an Erfahrungen sammeln dürfen.

Der MA NDL zeichnet sich u.a. durch seine praxisbezogenen Komponenten aus: Selbst organisierte Arbeitsgruppen, Praktika und Auslandssemester ergänzen das wissenschaftliche Studium. Konntest Du durch diese Angebote praktische Erfahrungen sammeln, von denen Du im Beruf profitierst?

Ich hatte während des Studiums bereits die Möglichkeit, erste Publikationserfahrungen zu sammeln und Forschungsreisen zu begleiten. Am wichtigsten war für mich das Praktikum im Goethe-Institut in New York zum Ende meines Studiums, weil ich dort das erste Mal mit dem Bereich Kulturvermittlung praktisch in Berührung gekommen bin. Zurück in Deutschland habe ich das einjährige Volontariat im Literarischen Salon gemacht und konnte meine ersten Erfahrungen vertiefen, eigene Veranstaltungen planen und umsetzen, Themenreihen konzipieren usw.

Wusstest Du schon während des Studiums, in welchem Beruf Du später einmal tätig werden möchtest?

Ich hatte zu Beginn meines Studiums einen groben Plan, wohin die Reise gehen sollte – die dann aber vollkommen woanders hin ging. Und darüber bin ich auch ganz froh.

Würdest Du heute bezüglich der Studienwahl etwas anders machen?

Mich interessieren – neben literarischen – vor allem feministische, politische, soziologische und kulturwissenschaftliche Themen. Die Literatur spielt auch bei diesen Themen für mich eine ganz zentrale Rolle, weil sie das Andere erfahrbar macht und verständlich werden lässt. Die darin verwendete Sprache formt, wie wir über etwas denken. Das zu entschlüsseln, einen Text, seine Sprache und damit auch seine Denkweise, ist ein großer Gewinn des Literaturwissenschaftsstudiums.