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Sechs Fragen an Dr. Steffen Röhrs

Welcher beruflichen Tätigkeit gehen Sie aktuell nach? Was sind Ihre täglichen Aufgaben?

Ich bin aktuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover tätig. Die Aufgaben sind vielfältig. Während der Vorlesungszeit stehen natürlich die unterschiedlichen Seminare im Vordergrund, die ich gebe. Die Lust am Lesen, Recherchieren und Diskutieren mit den Studierenden kann ich hier voll ausleben. Dazu kommt die Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten – wobei es immer spannend ist, wie sich aus einem anfänglichen Konzept schließlich eine fertige wissenschaftliche Arbeit entwickelt. In der vorlesungsfreien Zeit bereite ich mich auf das kommende Semester vor, arbeite Seminarpläne aus und stelle die Literatur zusammen, die gelesen werden soll. Über das gesamte Semester verteilt gibt es aber immer auch Projekte, die nicht direkt etwas mit der Lehre zu tun haben. Hierzu zählen eigene Forschungsvorhaben und die Arbeit an Vorträgen und Publikationen. Zuletzt habe ich beispielsweise einen Artikel für ein geisteswissenschaftliches Onlinemagazin geschrieben, der kürzlich veröffentlicht wurde.

Herr Röhrs, Sie haben Ihren Masterabschluss in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover gemacht. Im Anschluss haben Sie promoviert. Warum haben Sie sich gerade für diesen Master entschieden?

Schon während des Bachelorstudiums ist mir klar geworden, dass der Lehrerberuf nicht so recht zu mir passt, weshalb ich nach einer Alternative für den Master of Education gesucht habe. Als dann der Fachmaster Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Hannover neu eingeführt wurde, habe ich es als tolle Möglichkeit empfunden, einen Vertiefungsstudiengang zu studieren, in dem die kritisch-reflektierte Auseinandersetzung mit literarischen Texten, Epochen und Wissensmodellen im Vordergrund steht. Ein weiterer Entscheidungsgrund war der kulturwissenschaftliche Schwerpunkt. Ich fand es sehr spannend, interdisziplinäre Ansätze kennenzulernen und während der Arbeit an Texten auch mal über den ‚Tellerrand‘ zu schauen.

Ist das Studium so verlaufen, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Ja, alle Erwartungen wurden erfüllt. Als besonders toll habe ich die Freiräume in Erinnerung, wenn es darum ging, neue Ideen und Fragestellungen zu entwickeln. Im Rückblick muss ich sagen, dass sich die Zeit im Fachmaster wesentlich produktiver angefühlt hat als noch das Bachelorstudium.

Der MA NDL zeichnet sich u. a. durch seine praxisbezogenen Komponenten aus: Selbst organisierte Arbeitsgruppen, Praktika und Auslandssemester ergänzen das wissenschaftliche Studium. Konnten Sie durch diese Angebote praktische Erfahrungen sammeln, von denen Sie im Beruf profitierten?

Auf jeden Fall. Selbst organisiertes Arbeiten spielt ja in so vielen Bereichen eine wichtige Rolle. Gerade während des Schreibens meiner Doktorarbeit konnte ich von diesen Erfahrungen profitieren. Auch die Kommunikationsfähigkeit und die Diskussionsbereitschaft wurden im MA NDL geschult.

Wussten Sie schon während des Studiums, in welchem Beruf Sie später einmal tätig werden möchten?

Nein, das wusste ich noch nicht so genau. Als Tutor für literaturwissenschaftliche Seminare konnte ich aber bereits während des Studiums wichtige Erfahrungen sammeln. Nach meinem Masterabschluss und während der Anfangsphase meiner Doktorarbeit wurde mir dann klar, dass das wissenschaftliche Arbeiten an der Uni eine wirkliche Option ist. Ich bin immer noch sehr glücklich und dankbar, dass ich letztlich die Chance bekommen habe, diesen Schritt zu gehen.

Würden Sie heute bezüglich der Studienwahl etwas anders machen?

Nein, ich würde den gleichen Weg einschlagen.

 

 


Anm. d. Red.: Fragenreihenfolge, Fragenwortlaut und Gendering wurden bearbeitet. Firmen- und Parteinamen wurden anonymisiert.