• Zielgruppen
  • Suche
 

Sechs Fragen an Stefan Röllgen

Welcher beruflichen Tätigkeit gehen Sie aktuell nach? Was sind Ihre täglichen Aufgaben?

Ich arbeite momentan als Marketing Manager eines Möbelhauses. Meine Tätigkeiten bestehen vor allem aus der Planung, Buchung, Gestaltung und Prüfung sämtlicher Werbemaßnahmen (Printanzeigen, Prospekte, Außenwerbung, Sponsoring, Fahrgastfernsehen, Radio, Adwords, Social Media, Gutscheine, Banner etc.). Dazu kommt Eventmanagement (z.B. Koordination und Umsetzung verkaufsoffener Sonntage). Online-Aktivitäten (Content, SEO), PR und Konzertierung aller Aktionen sind ebenfalls Teil meiner Aufgaben. Über einen Mangel an Abwechslung kann ich also nicht klagen.

Herr Röllgen, Sie haben Ihren Masterabschluss in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover gemacht. Warum haben Sie sich gerade für diesen Master entschieden?

Die Entscheidung fiel rein interessenbasiert. Ich wollte etwas studieren, was mich wirklich interessiert, und nicht, was oberflächlich betrachtet am förderlichsten für eine vermeintliche Karriere ist. Da ich schon immer viel gelesen und mir auch selbst Gedanken zum Lesestoff gemacht habe, lag die Fächerwahl nahe.

Ist das Studium so verlaufen, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Ja. Durch verschiedenste Schwerpunkte, auch aufseiten der Lehrenden, konnte man sich sehr frei entscheiden – je nach persönlicher Präferenz. Ich selbst habe mein Studium mit vielen aktuellen Themen angelegt, beispielsweise der Online-Vermarktung von Büchern. Diese Freiheit zur Fokussierung auf selbst gewählte Schwerpunkte bewerte ich uneingeschränkt positiv. Der MA NDL kann sich zu Recht als sehr offenes, flexibles Fachgebiet bezeichnen.

Der MA NDL zeichnet sich u.a. durch seine praxisbezogenen Komponenten aus: Selbst organisierte Arbeitsgruppen, Praktika und Auslandssemester ergänzen das wissenschaftliche Studium. Konnten Sie durch diese Angebote praktische Erfahrungen sammeln, von denen Sie im Beruf profitieren?

Hier kann ich zustimmen: Besonders die Selbstorganisation schafft Kompetenzen, die sich auch auf vielen anderen Feldern anwenden lassen, etwa im Projektmanagement. Ebenso das im Studium essenzielle kritische und analytische Denken – diese klassisch geisteswissenschaftlichen Tugenden helfen mir im Beruf und jedem Menschen im Alltag ungemein.

Wussten Sie schon während des Studiums, in welchem Beruf Sie später einmal tätig werden möchten?

Nein. Zwar hatte ich schon immer eine Affinität zu guter Werbung, aber diese war eher ein Hobby, genau wie die Literatur. Durch Praktika und Studentenjobs konnte ich beides mehr und mehr verknüpfen, bis sich mein beruflicher Weg von selbst herauskristallisiert hat.

Würden Sie heute bezüglich der Studienwahl etwas anders machen?

Nein, ich würde den Studiengang jederzeit wieder wählen. Ich rate allen skeptischen angehenden Studierenden, sich nicht nur von „Karrierefächern“ ködern zu lassen. Diese Entscheidung kann, wie ich schon oft beobachten durfte, genauso gut nach hinten losgehen, während man als querdenkender Mensch für Arbeitgeber sogar durchaus interessanter sein kann. Schließlich haben Absolventinnen und Absolventen der kritischen Geisteswissenschaften oft den größeren Horizont, die holistischere Denkweise, sind nicht eingefahren in Strukturen und Denkmustern. Das macht den Menschen meines Erachtens kompletter und hilft in vielen Situationen.