Anfang Juli startet der DFG-Sonderforschungsbereich (SFB) 1475 ”Metaphern der Religion: Religiöse Sinnbildung in sprachlichen Prozessen" in seine zweite Förderphase. Mit dabei ist auch das Deutsche Seminar der Leibniz-Uni: Julia Stenzel erforscht als Leiterin des Teilprojekts A06, wie christlich-europäische Vorstellungen der Passion Christi in der Rezeption der shi'itisch-iranischen Ta'ziyeh über metaphorische Prozesse wirksam werden. Ta'ziyeh ist ein Theaterritual mit religiös geprägten Inhalt, das seit dem 17. Jahrhundert in den schiitischen Ländern, insbesondere im Iran, praktiziert wird. Im Projekt stehen literarische, theatrale und raumkünstlerische Arbeiten seit den 1960er Jahren im Fokus, die sich als Transformationen oder Aneignungen der Ta'ziyeh beschreiben lassen. Im Rahmen des Projekts erforscht außerdem Anna Buchert im Rahmen einer Dissertation das Zusammenwirken von Musik, Sprache und Raum in Passionsmusiken und deren Umsetzung auf der Bühne. Mahlagha Eslami untersucht in einer repertoireanalytischen Dissertation die Konzeptmetaphorik der Ta'ziyeh.
Im Sommer 2026 wird Maryam Palizban das Team als Mercator Fellow unterstützen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der persischen Literatur und Kultur sowie der islamischen (vor allem schiitischen) Religion vom Beginn der islamischen Eroberung Persiens im 7. Jahrhundert bis zur sog. ‘Islamischen Revolution’ sowie auf der Kriegs- und Nachkriegsliteratur und -kultur. Maryam Palizban lebt und arbeitet als Wissenschaftlerin, Autorin und Filmkünstlerin in Berlin und Teheran und veröffentlicht zu den Themen Kulturtheorie, Religion und Kulturgeschichtliche mit dem Fokus auf Iran in den Sprachen Deutsch, Englisch und Persisch. Ihre Dissertation zur Ta'ziyeh erschien in Berlin im Jahr 2014 unter dem Titel „Performativität des Mordes“.
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