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Exkursion zum Ohnsorg Theater: Niederdeutsch auf der Bühne erleben und reflektieren

Exkursion zum Ohnsorg Theater: Niederdeutsch auf der Bühne erleben und reflektieren

(c) Söhnke Post
(c) Ohnsorg-Theater

Bericht

Im Rahmen des Niederdeutsch-Angebots am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover, das in Kooperation mit dem Niedersächsischen Kultusministerium durchgeführt und von Prof. Dr. Cornelius Herz und Dr. Söhnke Post  verantwortet wird, fand bereits zum vierten Mal eine  Exkursion zum Ohnsorg Theater statt. Die enge Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogik eröffnet den Studierenden regelmäßig die Möglichkeit, die Vermittlung des Niederdeutschen im Theater aus didaktischer und wissenschaftlicher Perspektive zu betrachten. Im Rahmendes Niederdeutschangebots hat sich die Theaterdidaktik Niederdeutsch, auch in Kooperation mit dem Studiengang Darstellendes Spiel, als ein Schwerpunkt etabliert.

In diesem Jahr besuchte die Gruppe die Inszenierung "Pamir", ein Projekt des Ohnsorg Jugendclubs in  niederdeutscher und deutscher Sprache. Im Mittelpunkt der anschließenden Gespräche standen Fragen, die auch für die universitäre Lehre und Forschung von besonderem Interesse sind: Wie wird Niederdeutsch im Theater vermittelt? Welche Beweggründe haben Jugendliche, sich an einer Inszenierung mit niederdeutschen Anteilen zu beteiligen? Was sind die Haltungen der Jugendlichen zur niederdeutschen Sprache? Bestehen bereits Vorerfahrungen mit der Sprache oder entstehen erste Berührungspunkte erst im Rahmen der Theaterarbeit?

Die Inszenierung bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Auseinandersetzung mit der Vermittlung regionaler Sprachen und verdeutlichte das Potenzial theaterpädagogischer Ansätze für die Sprachbildung.

Das Stück "Pamir" greift die historische Geschichte des gleichnamigen deutschen Frachtsegelschulschiffs auf, das 1957 westsüdwestlich der Azoren sank. Von den 86 Menschen an Bord, darunter zahlreiche Jugendliche unter 18 Jahren, überlebten nur wenige. Die eindrucksvolle Inszenierung regte zu einer intensiven Nachbesprechung und fachlichen Reflexion an.

Die Exkursion unterstreicht einmal mehr den hohen Wert der Zusammenarbeit zwischen Universität und Theater und zeigt, wie kulturelle Praxis, Sprachvermittlung und wissenschaftliche Reflexion gewinnbringend miteinander verbunden werden können.