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Atmosphärische Phänomene. Ästhetische und epistemische Konstruktionen

Tagung vom 08.10. bis zum 10.10.2015

Schwere Regenfälle, Dürreperioden, Flutkatastrophen und Stürme: angesichts zunehmender extremer Wetterlagen ist die Dringlichkeit einer wissenschaftlichen Analyse des Klimawandels längst politischer und gesellschaftlicher Konsens. Allerdings bleibt der Klimawandel als wissenschaftliches Konstrukt oft zu unanschaulich, um im Alltag als handlungsrelevant zu gelten. Zwar verfügt jeder und jede Interessierte lokal begrenzt über konkrete sinnlich Eindrücke von atmosphärischen Phänomenen – wir genießen die Abenddämmerung, unternehmen Reisen, um einmal das Nordlicht zu erleben, oder werden von einem Gewitter überrascht – doch bleibt die Vorstellung, dass diese Phänomene alle in einem globalen Zusammenhang stehen, abstrakt und überkomplex. Hier setzt die Tagung „Atmosphärische Phänomene. Ästhetische und epistemische Konstruktionen“ an und stellt vorhandenen naturwissenschaftlichen Beschreibungen atmosphärischer Phänomene eine kulturwissenschaftliche Perspektive gegenüber. Ausgehend von der Annahme, dass ökologische Probleme vor allem kulturelle Probleme sind, wird eine wissensgeschichtliche Analyse zentraler Phänomene angestrebt. Dabei wird auf die zentrale Rolle von Kunst und Literatur für die Vermittlung  atmosphärischer Phänomene fokussiert.

Kunst und Literatur spielen für die lebensweltliche Anschauung atmosphärischer Phänomene sowie für die Vermittlung des Klimawandel eine bedeutende Rolle, weil einerseits die populäre Wahrnehmung dieser Phänomene, vom Sonnenuntergang am Strand bis zum Katastrophenszenario, stark durch ästhetische Vor-Bilder vorgeprägt ist, und andererseits in Kunst und Literatur mit poetischen Mitteln Vorstellungen von der Atmosphäre in Worte und Bilder gefasst werden. Zugleich reflektieren Literatur und Kunst über ihre eigenen Darstellungsmodalitäten und kritisieren blinde Flecken und Leerstellen anderer, vor allem wissenschaftlicher Repräsentationsformen.

Die Tagung „Atmosphärische Phänomene. Ästhetische und epistemische Konstruktionen“ fragt nach dem spezifischen Wissen von der Atmosphäre, das in künstlerischen Darstellungsverfahren generiert wird. Dabei gilt es, auszuloten, in welchem Verhältnis die verschiedenen Formen des Wissens von der Atmosphäre zueinander stehen (können) und welche Prozesse des Wissenstransfers zwischen Kunst, Literatur und Wissenschaft ablaufen.

Die Tagung wurde von Urs Büttner und Ines Theilen konzipiert und wird von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert. Für die Abendveranstaltung am 08. Oktober besteht eine Kooperation mit dem Technik Salon der Leibniz Universität Hannover.

Kontakt:

Dr. Urs Büttner und Dr. Ines Theilen